XML-Know How

SGML – die Standard Generalized Markup Language

SGML selbst ist dabei im eigentlichen Sinne gar keine Auszeichnungssprache, d. h. es gibt keine festgelegten Auszeichnungen für bestimmte Textelemente. SGML legt lediglich die Syntax fest, in der Dokumentstrukturen unterschiedlichster Art präzise beschrieben werden können. Das ist ein sehr abstrakter Zugang. Am Beispiel verdeutlicht heißt das: SGML legt nicht fest, mit welchem Befehl eine Überschrift als solche ausgezeichnet werden soll, sondern lediglich, wie ein solcher Befehl aufgebaut sein muss. Kennt man die Syntax (also die Schreibweise und den Aufbau) dieser Befehle, lassen sich damit beliebige Strukturen abbilden.

Jede beliebige Art von Dokument kann deshalb entsprechend ihrer ganz speziellen Eigenarten nach Inhalt und Struktur ausgezeichnet werden, indem der SGML-Nutzer selbst festlegt, welche Teile des Dokumentes er auszeichnen und welche Bezeichnungen er für diese Dokumentteile verwenden möchte. Mit diesem Anspruch sind die Entwickler von SGML allerdings etwas »über das Ziel hinausgeschossen«: SGML lässt dem Nutzer so viele Freiheiten und bietet so komplexe Konstruktionen an, dass es fast unmöglich ist, Software zu programmieren, die den Standard voll umsetzt. Daher hat sich SGML nur begrenzt durchsetzen können – der vereinfachte Standard XML(siehe unten) trat zehn Jahre später den Siegeszug an.