XML-Know How

XML – die Extensible Markup Language

1998 definierte das W3C mit der eXtensible Markup Language (XML) eine neue Auszeichnungssprache, die die Vorteile von SGML mitbrachte, aber fast so einfach wie HTML war.

XML ist eine Metasprache

XML ist wie SGML keine festgelegte Sprache aus einem festen Set von Bestandteilen, sondern eine (Meta-)Sprache zur präzisen Beschreibung von Dokumentstrukturen mittels frei festlegbarer Elemente. Sie ist also im Gegensatz zum ganz und gar vordefinierten HTML erweiterbar (daher das extensible). Andererseits sind bei XML viele Merkmale, die bei SGML frei bestimmbar waren, festgelegt: Während der offizielle SGML-Standard über 500 Seiten umfasst, kommt die Druckfassung des XML-Standards mit 26 Seiten aus.

Auch der HTML-Standard wurde dem neuen Code angepasst und von SGML auf XML umgestellt: Mit XHTML wurde ein XML-basierter Webstandard geschaffen, der nun in HTML5 seine Fortsetzung findet und an vielen Stellen das, was wir heute unter dem »Web2.0« verstehen, technisch überhaupt erst möglich macht. Dazu zählen Vorgaben für barrierefreie Webseiten (für Menschen mit Sehbehinderungen) ebenso wie Unterstützung von Interaktion, Generier- bzw. Befüllbarkeit von Webseiten durch sogenannte Content Management Systeme und vieles andere mehr.

Ob technische Dokumentation, Industriekommunikation, Finanzwesen oder das mobile Internet: Es gibt kaum einen IT-Bereich, in dem XML nicht zur führenden Technologie für den Austausch von Daten avancierte.

Auch die Verlagsbranche hat den Standard für sich entdeckt. Immer, wenn ein Verlag crossmedial publizieren will, kommt XML zum Einsatz. Dabei ist es gleichgültig, ob ein EPUB, ein Online-Auftritt oder eine App erstellt werden soll oder Satzarbeiten automatisiert werden: Immer ist XML die Technologie, auf der alle weiteren Arbeitsschritte aufsetzen.