XML-Know How

Schriftendarstellung im EPUB

Den Schriften kommt beim Thema EPUB eine besondere Bedeutung zu. Wir haben schon gesehen, dass ein HTML-Renderer auf die im System hinterlegten Schriften zurückgreift. Während auf den PCs in aller Regel mindestens 30 Standardschriften installiert sind, enthalten die E-Book-Reader zum Teil nur zwei vorinstallierte Fonts – eine Serifenschrift und eine Serifenlose. Für die typographisch hochwertige Darstellung der Texte reicht das natürlich nicht aus.

Wir sind also darauf angewiesen, eigene Schriften mitzuliefern – unter Beachtung der lizenzrechtlichen Bestimmungen. Wenn man weiß, wie einfach ein EPUB zu entpacken ist und dass die Font-Datei unverschlüsselt in dem EPUB enthalten ist, wird die restriktive Haltung der Schrifthersteller verständlich, was das Einbinden lizenzpflichtiger Fonts in E-Books angeht.

Eine weitere Stolperfalle im Zusammenhang mit den Schriften sind die Sonderzeichen. Selbst wenn diese korrekt in Unicode angelegt wurden, ist keineswegs sichergestellt, dass die in den Lesegeräten integrierten Fonts den entsprechenden Teil des Unicode-Standards abdecken. Das kann dazu führen, dass z. B. Zeichen aus dem Griechischen oder Hebräischen sowie mathematische Sonderzeichen nicht korrekt angezeigt werden. Im schlimmsten Fall könnte das dazu führen, dass aus der Einheit μg (Mikrogramm) in der Darstellung g (Gramm) wird, wenn das »μ«-Zeichen nicht im hinterlegten Font enthalten ist.

Tipp

Es bietet sich bei einem Text mit vielen Sonderzeichen stets an, eine zusätzliche, eigene Fontdatei in das EPUB einzubetten. Leider sind die Fonts, je mehr Zeichen sie beinhalten, auch umso voluminöser, so dass das EPUB ungebührlich an Dateivolumen zunimmt.

Professionelle EPUB-Produzenten bieten daher bereits das automatische Erstellen von sogenannten Font-Subsets an, also von Fonts, die nur die Zeichen beinhalten, die tatsächlich auch im EPUB benötigt werden.