XML-Know How

Der richtige Weg für jeden Verlag

Sind damit kleinere Verlagshäuser oder solche, bei denen sich die Produktion nicht so gut automatisieren lässt, von den modernen Publikationsverfahren abgeschnitten? Das ist keineswegs der Fall. Bei allen unbestreitbaren Vorteilen, die ein CMS/MAM-System mit sich bringt, darf man nicht vergessen, dass es sich stets nur um ein System technischer Hilfestellungen handelt, die den Weg zum crossmedialen Publizieren erleichtern. Alle elektronischen Produktformen lassen sich auch ohne ein Produktionssystem erstellen – vielleicht nicht so elegant und hochautomatisiert, dafür mit deutlich geringerem Initialaufwand. Kein Verlag, dessen Programm sich für eine elektronische Verwertung eignet, ist von den neuen Märkten abgeschnitten.

Der eigentliche Wandel muss daher stets in den Köpfen und nicht in der Technik stattfinden. Nur wenn im Verlag die content-zentrierte Arbeitsweise und das crossmediale Publizieren als strategisches, nicht nur als technisches Ziel definiert werden, kann der Wechsel gelingen. Mitarbeiter müssen geschult werden, Ängste abgebaut, neue Produktformen erarbeitet werden. Über die systematische, automatisierte Erstellung von Leseproben ändert sich die Vertriebspolitik, ja das gesamte Marketing fundamental: Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Leserschaft selbstverständlich erwartet, jeden Titel vor dem Erwerb kostenlos »anlesen« zu können – um dann direkt aus der Leseprobe heraus das E-Book oder auch das gedruckte Exemplar bestellen zu können. Fachverlage, die im Printmarkt als Mitbewerber auftreten, tun sich zusammen, um ihren Content auf einer gemeinsamen Plattform elektronisch anzubieten und auf diese Weise starke, große Webportale zu schaffen. Der App-Markt steht prinzipiell jedem Verlag offen, der über geeigneten Content und gut aufbereitete Daten verfügt, auch wenn die Kosten für die Erstellung einer App immer noch vergleichsweise hoch sind.

Merke:

Die gut aufbereiteten Daten werden damit zum wichtigen Erfolgsfaktor für den Verlag der Zukunft – und das sind stets XML-Daten. Der Wechsel in die Welt des neuen Publizierens beginnt also mit der Entscheidung, den Verlag auf XML-Daten umzustellen.