XML-Know How

Verarbeitung der Daten nach dem Satz

Sind die Satzarbeiten abgeschlossen, müssen neben dem Druck-PDF auch wieder XML-Daten an den Verlag zurückgeliefert werden. An dieser Stelle sollten die Daten einem erneuten Qualitätssicherungsprozess unterzogen werden. Die Daten stehen nun für jede Weiterverwertung (EPUB, online, Apps etc.) auskorrigiert und strukturiert zur Verfügung.

Tipp

Ein Verlag, der auf diese Weise zu hochwertigen XML-Daten gelangt, wird häufig die E-Book-Produktion im Haus vornehmen. Da die Daten zu diesem Zeitpunkt bereits qualitätsgesichert sind, lässt sich die E-Book-Produktion häufig vollständig automatisieren. Vor allem bei textlastigen Werken lohnt sich daher für den Verlag rasch die Installation eines eigenen EPUB-Konverters.

Abb. 44 Szenario 1: Klassischer XML-first-Workflow mit Integration der Satzarbeiten für die Korrektur der Daten

Wir haben bislang einen sehr pragmatischen Weg beschrieben, der die Abläufe im Verlag so wenig wie möglich verändert und mit geringen Investitionskosten auskommt. Und in der Tat ist der hier beschriebene Workflow für die meisten Verlage das Einstiegsszenario in eine XML-Produktion und für viele – vor allem Buchverlage mit geringer Zweitverwertungstiefe – auch langfristig das beste Verfahren.

Doch dieser Workflow birgt auch durchaus Schwächen, die sich aus dem Schaubild gut ableiten lassen – vor allem, wenn wir ihn mit der ursprünglichen Idee des »Single Source Publishings« vergleichen:

Abb. 45 Szenario 2: Ansatz des Single-Source-Publishings: Die Print-Ausgabe ist nur eine von beliebig vielen Medien, die aus den selben Daten erstellt werden

Hier haben wir eine gleichberechtigte Parallelproduktion aller Medien aus einem neutralen Datenbestand, während wir in Abbildung 45 den Satz als einen notwendigen Prozessschritt benötigen, um zu den »Zweit-Verwertungen« zu kommen – mit allen Schwierigkeiten, die das Roundtripping mit sich bringt.

Szenario 1 beschreibt somit einen Weg, der sich vor allem für Titel eignet, bei denen die elektronische Variante eine echte Zweitverwertung des selben Contents darstellt. Da alle Daten eines Titels zunächst den Satz durchlaufen müssen, ist es fast unmöglich, in diesem Verfahren Materialien zu erstellen, die nicht in der Printfassung eines Werkes erscheinen sollen, wohl aber im E-Book. Die zu erreichende Verwertungstiefe – auch hinsichtlich möglicher Neuzusammenstellungen von Content – ist damit deutlich geringer als in Szenario 2.