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Stolperstein 5:
Viele Verlage haben eine geringe Zweitverwertungstiefe

Ein großer Teil der Verlage hat ein stark von Novitäten geprägtes Programm. Hier ist die Zweitverwertungstiefe viel geringer als bei Verlagen, die die Inhalte ihrer Backlist in immer neuen Aktualisierungen (z. B. im Fachinformations-/Loseblattbereich) oder Zusammenstellungen (z. B. bei Ratgeber- und Kochbuchverlagen) wiederverwerten können. In der Belletristik haben viele Publikationen nur einen relativ kurzen Produktlebenszyklus. Dieser kann zwar durch die Zweitverwertung als E-Book verlängert werden und somit über die sogenannte »long tail« noch zusätzliche Umsätze erzielt werden, in der Summe aber bleibt die Verwertungskette mit Buch → E-Book sehr kurz. Ein Verlag, der aus einem Buchrecht, das er erwirbt, nur eine oder zwei Zweitverwertungen ausspielen kann, wird sich für eine sehr viel pragmatischere Lösung für deren Produktion entscheiden als ein Verlag, bei dem der selbe Datenbestand – redaktionell laufend aktualisiert und/oder neu zusammengestellt – über Jahre immer wieder publiziert werden kann und muss.