XML-Know How

Absätze

Ein Absatz kann typografisch neben dem Zeilenwechsel zusätzlich über ­einen Einzug betont werden. Endet die letzte Zeile eines Absatzes in der vollen Zeilenbreite, geht der Absatzwechsel ohne eine Zeileneinrückung verloren. Aus diesem Grund hat sich für Block- und Flattersatz ein linker Einzug bewährt. Es sind jedoch auch weitere, weniger konventionelle Kennzeichnungen wie eine ausgerückte erste Zeile oder eine rechtsbündige letzte Zeile möglich. Als Standardgröße für den Einzug eines Absatzes am Zeilenanfang wird typischerweise das Geviert verwendet.

Bei einem Absatz, der anschließend an ein anderes, strukturierendes Element wie zum Beispiel eine Überschrift oder eine Leerzeile folgt, wird auf einen Erstzeileneinzug verzichtet.

In HTML wird ein Textabsatz mit dem Blockelement p strukturell ausgezeichnet. Für die Hervorhebung der Struktur in der Darstellung dient die CSS-Eigenschaft text-indent, mit der eine Ein- bzw. Ausrückung der ersten Zeile definiert werden kann.


p {
  text-indent: 1.0em;
  […]
}
Listing 4.6 Definition eines Erstzeileneinzugs

Dieses Beispiel stellt einen konventionellen Einzug um ein Geviert dar. Die relative Einheit em bezieht sich auf die Schrifthöhe des Elements.

1.0em entspricht folglich einem Einzug um die aktuelle Schrifthöhe. CSS sieht auch absolute Maßeinheiten wie beispielsweise px (Pixel) vor. Da diese bei einer Schriftgrößenänderung durch den Leser jedoch nicht mitskalieren, sollten grundsätzlich relative Angaben verwendet werden.

Die Eigenschaft lässt auch negative Werte zu, wodurch eine Ausrückung der ersten Zeile möglich ist. Dadurch besteht allerdings die Gefahr, dass die ausgerückte Zeile außerhalb des Viewports abgeschnitten wird. Um dies zu verhindern, sollte ein negativer text-indent nur verwendet werden, wenn ein Seitenbereich für die Darstellung im Stylesheet deklariert wurde. Der negative Wert sollte dann maximal dem linken Außenabstand entsprechen.

Ein hängender Einzug, bei dem die erste Zeile auf die volle Breite gesetzt wird und die Folgezeilen eingerückt sind, lässt sich durch eine Kombination eines linken Abstands der Absätze und einer Ausrückung durch einen negativen text-indent umsetzen. Um den Erstzeileneinzug generell zu kontrollieren, empfiehlt es sich, in jedem Fall einen Standardwert anzugeben, um das Standard-Stylesheet des Ausgabesystems zu überschreiben.

Durch die in Listing 4.6 dargestellte Deklaration erhalten sämtliche Absatz­elemente einen Einzug. Soll dies nicht für Absätze gelten, die unmittelbar auf eine Überschrift folgen, muss der text-indent in diesen Fällen abhängig vom unmittelbar vorhergehenden Element definiert werden. Dies kann mit Hilfe des Folgeelement-Selektors + erzielt werden:


h1+p, h2+p, h3+p, h4+p, h5+p, h6+p {
  text-indent: 0;
}
Listing 4.7

Durch diese CSS-Deklaration werden alle Absätze, die unmittelbar auf die Überschriftslemente h1 bis h6 folgen, stumpf gesetzt. Der Selektor beschreibt also das Aufeinandertreffen von Strukturelementen, in Abhängigkeit davon wird die Formatregel angewandt. Solche „Wenn-Dann“-Regeln sind bei der Formatierung außerordentlich nützlich; da sie in den Layout-Programmen wie InDesign unbekannt sind, werden sie häufig nicht eingesetzt.

Zur Darstellung von Leerzeilen im E-Book stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Absätze, welchen eine Leerzeile folgt, können im HTML-Dokument mit einer eigenen Klasse notiert werden und einen margin-bottom erhalten, dessen Wert dem Zeilenabstand (line-height) entspricht.


p.abstand_nach {
  margin-bottom: 1.5em;
}
Listing 4.8

Alternativ kann die Leerzeile auch durch einen leeren Absatz im Inhaltsdokument ausgezeichnet werden. Streng genommen ist jedoch eine Leerzeile etwas anderes als ein leerer Absatz, weswegen auch viele Lesesysteme ein leeres p-Element ignorieren. Daher sollte ein leerer Absatz zumindest ein geschütztes Leerzeichen ( -Entity) enthalten. Eine zusätzliche CSS-Deklaration ist in diesem Fall nicht erforderlich.

<p class="leerzeile">&#x00A0;</p>
Listing 4.9 Auszeichnung einer Leerzeile

Kindle Format 8

Der Folgeelement-Selektor + wird auch von KF 8 unterstützt, obwohl dies in den Veröffentlichungsrichtlinien anders verzeichnet ist. Damit lassen sich auch für das Amazon-Format kontextbedingte CSS-Abweichungen definieren.