XML-Know How

Auszeichnungen

In CSS ist die gesamte Palette der Textauszeichnungen möglich, die in der Lesetypografie verwendet werden – von leichten Betonungen bis hin zur Differenzierung ganzer Textpassagen. Die typografischen Regeln für integrierte Auszeichnungen, die dem Leser erst an der entsprechenden Stelle auffallen, und aktiven Auszeichnungen, die auf den ersten Blick deutlich sind, gelten für die E-Book-Typografie unverändert.

Der HTML 5-Standard definiert neben dem generischen span-Element zahlreiche semantische Inline-Elemente für die Notation von Auszeichnungsstrukturen.

Im digitalen Format kann mit den CSS-Eigenschaften font-style, font-weight, font-variant, text-transform und text-decoration die Darstellung einzelner Buchstaben bzw. Wörter gesteuert werden. Zu den integrierten Auszeichnungen lassen sich die folgenden Eigenschaften zählen:

  • font-style: Kursivierung eines Textes durch den entsprechenden Schriftschnitt mit dem Wert italic. Von einer elektronischen Schrägstellung durch oblique sollte abgesehen werden, es sei denn, es ist kein kursiver Schriftschnitt verfügbar.
  • font-variant: Mit dem Wert small-caps wird der Text in Kapitälchen dargestellt. Dabei skaliert das Lesegerät Großbuchstaben, was keinen echten Kapitälchen entspricht. Schöner ist die Verwendung eines speziellen Schriftschnitts, der jedoch nur selten vorhanden ist.

In die Gruppe der aktiven Auszeichnungen lassen sich die nachfolgenden Deklarationen einordnen.

  • font-weight: Legt die Schriftstärke fest. Neben bold existieren unter anderem die weiteren Werte bolder und lighter. Die Eigenschaft wird für den Einsatz definierter @font-face-Schriftschnitte festgelegt.
  • text-transform: Erzwingt unabhängig von den Quelldaten die Darstellung in einer Kombination von Groß- und Kleinbuchstaben. Mit lowercase werden ausschließlich Kleinbuchstaben dargestellt, uppercase stellt den Text in Versalien dar, mit captitalize wird der erste Buchstabe jedes Worts großgeschrieben.
  • text-decoration: Mit dieser Eigenschaft wird durch Unterstreichung (underline), Überstreichung (overline), Durchstreichung (line-trough) oder einer Kombination daraus eine schrift­unabhängige typografische Auszeichnung definiert.

Zu den weiteren aktiven Auszeichnungen gehören schriftunabhängige Hervorhebungen wie Textfarbe oder Rasterunterlegungen durch color bzw. background-color, Kombinationen der genannten Auszeichnungselemente und Schriftmischungen.

Für die Festlegung mikrotypografischer Zeichen- und Wortabstände existieren die CSS-Deklarationen letter-spacing und word-spacing. Die erstere Eigenschaft entspricht der typografischen Laufweite, mit der die Abstände zwischen den Zeichen eines Textes geregelt werden können. Speziell Versalien und Kapitälchen werden im Buchsatz typischerweise angesperrt, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Dies lässt sich auch auf die digitale Typografie übertragen. Analog ermöglicht word-spacing die Anpassung von Wort­zwischenräumen. Die Abstandswerte können in absoluter und relativer Einheit angegeben werden und auch negativ sein.

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Abb. 4.4 Inzeilige Textauszeichnungen in KF 8

Da die Auszeichnung größerer Textmengen strukturell auf Absatzebene stattfindet, existieren hier noch zusätzliche Möglichkeiten der Hervorhebung. In der HTML-Struktur werden diese Abweichungen typischerweise durch ein Klassenattribut an den jeweiligen Blockelementen unterschieden.

  • font-size: Absätze oder Abschnitte können durch eine Vergrößerung oder Verkleinerung des Schriftgrads relativ gewichtet werden. Innerhalb eines Fließtextes wirkt diese Auszeichnung eher irritierend.
  • text-align: Änderung der Satzausrichtung
  • margin-left bzw. margin-right: Durch einen linken oder rechten Außenabstand oder deren Kombination können Texte eingeschoben und dadurch vom Fließtext abgehoben werden, auch ohne zusätzliche Schriftauszeichnung. Läuft ein solcher Einschub über mehrere Seiten, kann die Wirkung verloren gehen, da der Bezug fehlt.

Da typografische Auszeichnungen grundsätzlich abhängig von der verwendeten Schriftfamilie sind, sollte deren optische Wirkung individuell geprüft werden.

EPUB 3

In EPUB-E-Books können eine Reihe von Pseudo-Selektoren des CSS 2.1-Standards eingesetzt werden, die weitere Textauszeichnungen ­ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem der :first-child-Selektor, ­womit das erste Kindelement eines Containers angesprochen wird, zum Beispiel der erste Absatz innerhalb einer section. Mit :first-letter kann der erste Buchstaben eines Elements zur Umsetzung eines Initials ausgewählt werden. Der Selektor :first-line ermöglicht generell die dynamische Auszeichnung der ersten Zeile eines Elements bei der Darstellung auf dem Bildschirm.

Kindle Format 8

KF 8 unterstützt explizit die CSS 3-Eigenschaft text-shadow zur Darstellung eines weichen Textschattens (ihr Einsatz ist auch in EPUB 3 möglich, jedoch ist die CSS 3-Unterstützung der Geräte vom Standard nicht verbindlich definiert).


span.textschatten {
  text-shadow: 1px 1px 5px #b70042;
}
Listing 4.13

Die vier Werte der Eigenschaft beschreiben den horizontalen und vertikalen Abstand des Schattens zum Text, den Weichzeichnungsradius sowie die Farbe.Diese sehr auffällige Form der Auszeichnung eignet sich nicht für die Verwendung in linearen Textformen und sollte nur in Situation, in denen der gestalterische Aspekt im Vordergrund steht, eingesetzt werden.