XML-Know How

EPUB - der neue Stern am E-Book-Himmel

Seit der Etablierung des Publikationsformats EPUB und der Markteinführung von E-Book-Lesegeräten der zweiten Generation zu Beginn dieses Jahres ist ein Ruck durch die Verlagswelt gegangen. Auch Verlagshäuser, die bislang dem crossmedialen Publizieren sehr abwartend gegenüber gestanden haben, sehen auf einmal neue Absatzpotentiale - mitten in Zeiten der allgegenwärtigen Wirtschaftskrise. Ein Wachstumsmarkt scheint sich abzuzeichnen – und geht häufig einher mit dem bösen Erwachen, dass die technischen Voraussetzungen für eine effiziente Produktion dieser neuen Medien gar nicht gegeben sind.

Die Einführung der neuen E-Book-Lesegeräte bringt somit auch die Diskussion um moderne Herstellungsprozesse von Publikationen neu in Gang. Hier erlebt der Gedanke des cross-medialen Publizierens und der automatisierten Produktion von Publikationen für verschiedene Medienkanäle aus einer Quelle (Single Source Publishing) einen zweiten Frühling. Die Idee ist nicht neu: Mobile elektronische Publikationen stellen neben der Print- und den Online-Publikation schlicht einen dritten Medienkanal dar, der effizient wiederum nur mit einem möglichst hohen Automatisierungsgrad zu bedienen ist. Die beste Voraussetzung dafür ist ein durchgängiger XML-Herstellungs-Workflow, der es ermöglicht, E-Book-Dokumente automatisiert aus einem gemeinsamen „medienneutralen“ Datenbestand zu erstellen. Doch während viele Fachverlage im letzten Jahrzehnt bereits in solche Workflows investiert haben - welcher Publikumsverlag kann heute schon auf einen durchgängigen XML-Workflow zurückgreifen?

In diesem Artikel wollen wir zunächst die technische Seite des Formats EPUB beleuchten. Wir erläutern den Aufbau einer solchen Publikation und aller seiner Teile. Im Anschluss gehen wir noch kurz auf die Möglichkeiten der automatisierten Produktion von EPUBs ein – doch hierzu wird noch ein eigener Kompendiumsbeitrag folgen.