XML-Know How

Ein E-Book automatisiert erstellen

Wie bereits gesehen, besteht ein EPUB-Dokument im Kern aus den eigentlichen Inhaltsdaten, die üblicherweise im Format XHTML (also einer XML-Anwendung) zur Verfügung stehen.

Soll neben der gedruckten Publikation auch eine mobile elektronische Publikation erzeugt werden, stellt sich die Frage, wie vorhandene Satzdaten aus dem Printworkflow für die automatisierte Produktion von EPUB-Dokumenten verwendet werden können.

Bei einem optimal organisierten crossmedialen XML-First-Workflow werden alle medialen Ausprägungen einer Publikation aus einer Quelle gespeist (Single Source Publishing). Durch die Trennung von Inhalt und Layout für jeden Medienkanal stehen die Inhaltsdaten (formatierungsneutral) für die verschiedenen Medienkanäle zur Verfügung.

Abbildung: Übersicht eines XML-Workflows
Abbildung: Übersicht eines XML-Workflows

Die Grafik zeigt einen konsequent durchgehaltenen XML-Workflow, bei dem zu jedem Zeitpunkt der Produktion ein aktueller Datenbestand im Format XML vorliegt. So gelingt es, die gleichen Inhaltsdaten sowohl für die Produktion eines Printproduktes als auch für die automatisierte Generierung von EPUB-Dokumenten zu nutzen.

Die dem XML-Publishing-Workflow entnommenen XML-Dokumente müssen zur Erstellung eines EPUB-Dokumentes einen zweistufigen Generierungsprozess durchlaufen.

  1. Generierung von XHTML- und Steuerdateien
  2. Zippen und Überprüfen des EPUB-Dokumentes

In einem ersten Konvertierungs-Schritt werden die XML-Quelldaten in XHTML überführt. Dies kann optimalerweise mit der Transformationssprache XSLT erreicht werden. Ergebnis eines solchen XSLT-Transformationsprozesses sind neben einzelnen XHTML-Dateien die benötigten Steuerdokumente: die NCX-Datei zur Darstellung eines Inhaltsverzeichnisses und die OPF-Datei zur Darstellung der logischen Dokumentstruktur.

Abbildung: Ablauf der Konvertierung von XML zu EPUB
Abbildung: Ablauf der Konvertierung von XML zu EPUB

In einem zweiten Schritt werden die erzeugten Dokumente zusammen mit Abbildungen und den Formatierungsregeln mit einem ZIP-Programm gepackt. Ein abschließender Prüfprozess[5] garantiert die Datenintegrität der Dokumente.