XML-Know How

XML - ein freies Format

Dem Nutzer ist in XML völlig freigestellt, wie er Elemente benennt und verschachtelt, welche Attribute er verwendet und wie er diese Daten auswertet. Lediglich einige wenige Grundregeln müssen eingehalten werden, damit ein Text im XML-Format vorliegt. XML definiert also lediglich, in welcher Form die Auszeichnungen gesetzt werden müssen. Genau betrachtet ist XML also wie SGML keine Sprache, sondern eine Syntax, mit der man beliebige Sprachen entwerfen kann.

Es steht mithin jedem frei, beliebige Inhalte, die sich durch Texte ausdrücken lassen, durch beliebige Elemente und Attribute nach XML-Konventionen auszuzeichnen und dazu Verweise auf andere Medien wie Bild oder Ton zu setzen. XML kann also sehr unterschiedlichen Zwecken dienen und dabei vielfältige Ausprägungen annehmen.

Das ist im Wesentlichen schon alles: Texte und andere Inhalte werden mit frei gewählten Tags und Attributen präzise beschrieben. Welche grundlegenden Vorteile stecken nun hinter diesem so einfachen Prinzip?

Gerade die Einfachheit hat ihre besonderen Vorteile. Ein kompaktes Set von einfachen Regeln vereinheitlicht die Beschreibung von Inhalten durch Tags extrem, ohne dabei einzuengen.

Da XML vom World Wide Web Consortium (W3C) definiert wurde, sind in den Standard die Vorstellungen international maßgeblicher Forschungseinrichtungen und Industriekonzerne eingeflossen. XML ist deshalb schnell als ein universeller Standard akzeptiert worden.

Die grundlegenden XML-Regeln sind so gestaltet, dass XML-Daten für die computergestützte Verarbeitung besonders geeignet sind. Dabei ist XML ein Standard, der auf den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Computersysteme aufsetzt: auf simple Textdaten ohne jede Formatierung.

Eine XML-Datei kann daher von allen gängigen Computersystemen der Welt gelesen und verarbeitet werden. Auch das Betriebssystem ist beliebig. Das ist mit herstellergebundenen Formaten wie z. B. Microsoft Word oder Quark Xpress nicht möglich: wenn hier das richtige System und die richtige Software-Version fehlen, können die Dateien nicht gelesen werden. XML ist dagegen plattformneutral und herstellerunabhängig.

Zugleich ist ein XML-Dokument auch immer direkt menschenlesbar. Das heißt, ein XML-Dokument kann auch ohne das Vorhandensein bestimmter Programme gelesen und bearbeitet werden. Ein einfacher Texteditor, wie er jedem Betriebssystem mitgegeben ist, reicht dazu aus. Auch ein Papierausdruck einer XML-Datei mit dem vollständigen Markup beinhaltet alle enthaltenen Informationen in lesbarer Form.

Da man sehr viele Inhalte mit Zeichenfolgen beschreiben kann (auch Raum und Zeit sind ja mit Koordinaten textuell beschreibbar) und XML in seinem einfachen Rahmen frei definierbar ist, ist XML sehr vielseitig und hochflexibel. Neben der Kodierung von Texten wird XML beispielsweise für die Kodierung von grafischen Objekten (Diagrammen u. ä.) oder den Austausch von Programmparametern in Computersystemen verwendet.

Die Daten als solche haben also einen maximalen Grad an Unabhängigkeit von den verarbeitenden Systemen. Das macht XML nicht nur ideal für den plattformübergreifenden Datenaustausch, sondern auch ideal für die Archivierung von Daten.

Als einheitliches Format in allen Arbeitsphasen der Datenerstellung und Verarbeitung angewendet ermöglicht es die Effektivierung von Produktionsabläufen.