XML-Know How

XML in der Anwendung

In der Medienbranche hat sich XML vor allem als medienneutrales Format für die Speicherung von Inhalten durchgesetzt. Bei diesen Inhalten handelt es sich vor allem um strukturierte Texte mit ergänzenden Grafiken. Werden Inhalte in XML kodiert, können sie über alle Arbeitsphasen hinweg in einem einheitlichen Datenformat bearbeitet werden.

Für konkrete XML-Anwendungen existiert eine Vielzahl an Programmen. So gibt es XML-Editoren, in denen man XML-kodierte Inhalte so bequem wie in einer Standard-Textverarbeitung bearbeiten kann, XML-Satzsysteme für die Printausgabe und Konvertierungstools für die Erzeugung von Web-Seiten oder Offline-Publikationen wie CD-ROMs aus XML. XML-Redaktionssysteme ermöglichen die Erstellung, Verwaltung und Ausgabe von Inhalten durch alle Arbeitsabläufe hindurch in einem einheitlichen Datenformat.

Bei der Nutzung von XML gibt es in der Regel zwei Gruppen von Beteiligten. Die einen, die Anwender, verwenden XML für die Bearbeitung bestimmter Daten, z. B. eines Lexikons. Dabei werden sie das XML-Markup nicht selbst entwerfen oder Buchstabe für Buchstabe eintippen. Stattdessen werden sie mit Software arbeiten, die auf den ersten Blick einer Textverarbeitung wie Microsoft Word, einer Tabellenkalkulation oder einer Datenbank-Eingabemaske ähnelt, aber im Hintergrund XML-Dokumente mit der vorab definierten Struktur erzeugt. Solche XML-Editoren sind wiederum oft mit anderen Softwarekomponenten kombiniert, wie etwa Redaktionssystemen oder Content Management Systemen. Zu der Gruppe der Anwender zählen typischerweise Verlage, Redaktionen und Autoren.

Da XML in der praktischen Nutzung viele Freiheiten lässt, ist die Zahl der möglichen Fehler bei seiner Anwendung sehr groß. Nur eine genaue Kenntnis aller relevanten XML-Regeln und Werkzeuge, der Substandards und der branchenüblichen Umsetzungen garantiert eine erfolgreiche Anwendung von XML.

Für die Konzeptionierung und Implementierung von XML-Projekten werden daher in aller Regel XML-Programmierer und -Berater hinzugezogen. Sie erstellen in engster Zusammenarbeit mit den Anwendern die Dokumenttyp-Definitionen und passen die benötigte XML-Software so an, dass die Anwender den Komfort von Standard-Bürosoftware nicht vermissen müssen. Zu den Aufgaben dieser Spezialisten gehört auch die Konfiguration der Ausgabe, z. B. der Satzausgabe oder der Generierung einer HTML-Website aus den XML-Daten.

Meist handelt es sich hier um spezialisierte Dienstleister; große Verlage haben zunehmend auch eigene Spezialisten im Haus. Selbstverständlich müssen Anwender und Spezialisten eng zusammenarbeiten, um das eigentliche Ziel, die Optimierung der Arbeitsabläufe und die Hebung der Produktqualität zu erreichen.