XML-Know How

Manuelle Erfassung und Konvertierung in Niedriglohnländern

Die Erfassung und Konvertierung in Niedriglohnländern ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Eine Grundbedingung ist, dass Sprachkenntnisse keine Rolle spielen dürfen. Diese Bedingung ist oft nicht erfüllt: Wenn das Layout die inhaltlich relevanten Textteile nicht eindeutig voneinander abgrenzt, sind für die strukturierende Texterfassung Kenntnisse der Sprache notwendig, in der das Werk verfasst ist. Auch wenn Sie die Daten aufwerten wollen, indem Sie zum Beispiel gleich bei der Erfassung eine Vereinheitlichung von inkonsistenten Strukturen vornehmen lassen, benötigen Sie Konvertierer, die die Sprache des Textes beherrschen. Hier wird der Übergang zu redaktioneller Bearbeitung fliessend, da mitunter nicht nur sprachliche, sondern auch fachliche Kenntnisse erforderlich sind, um die Daten gemäß ihrem Inhalt auszuzeichnen.

Wenn aber das Layout die inhaltlich relevanten Textteile eindeutig voneinander abgrenzt, kann die strukturierende Texterfassung in Niedriglohnländern erfolgen. Für einfache manuelle Konvertierungen per Copy-Paste bzw. Redigitalisierung sind mittlerweile in Indien, China und zunehmend auch in den ehemaligen Ostblockstaaten zahlreiche Dienstleister zu finden, die hervorragende Arbeit zu sehr günstigen Konditionen leisten.

Die Vergabe ins Ausland bringt allerdings ein nicht zu unterschätzendes Risiko mit sich. Sowie bei der Konvertierung Inkonsistenzen des Werkes relevant werden, muss geklärt werden, wie damit zu verfahren ist. Doch werden sie als Inkonsistenzen überhaupt erkannt? Es ist mehr als einmal vorgekommen, dass selbst Zeilenzählungen vom Erfasser schlicht für Text gehalten wurden und ohne zusätzliche Markierung mitten in den fortlaufenden Datenstrom geschrieben wurden.

Wenn Inkonsistenzen erkannt werden, müssen sie zunächst kommuniziert werden. Die Erfahrung zeigt, dass der Kommunikationsaufwand bei komplexen Werken überproportional steigt und ein zumindest oberflächliches Verständnis für die Inhalte seitens des Dienstleisters von unschätzbarem Wert ist. Das ist häufig bei der Arbeit im Ausland nicht gegeben, so dass Sie sich hier ggf. auf eine redaktionelle Nacharbeit der konvertierten Daten einstellen müssen.

Da die Kommunikation von Feinheiten der Werkstruktur bei komplexen Werken nicht immer sehr einfach ist und es für die Auflösung von Inkonsistenzen meist mehrere Lösungen gibt, sind hier inländische Anbieter wieder von Vorteil. Oft kommen komplizierte Werkstrukturen auch erst bei der Konvertierung mit aller Deutlichkeit ans Licht. Das wiederum hat Auswirkungen auf die XML-Struktur-Definition (DTD, XML-Schema).

Der hiesige Programmierer Ihres Konvertierungsskriptes kennt bald die Werkstruktur besser als Sie und wird Ihnen sicher schneller bessere Lösungsvorschläge bei Problemen unterbreiten können als ein Akkordarbeiter im fernen Osten.

Die Vergabe der Konvertierung sollte daher von Fall zu Fall und unter Abwägung aller oben genannter Faktoren geschehen. Nur dann werden Sie mit kalkulierbaren Kosten in der vereinbarten Zeit ein hervorragendes Ergebnis bekommen.