XML-Know How

Arbeit in InDesign

Die Arbeit mit InDesign soll in der bekannten Produktivität und Geschwindigkeit vonstatten gehen. Einfache Textkorrekturen (der überwiegende Teil der Autorkorrekturen), können wie gewohnt durchgeführt werden.

Um die Doppelpflege möglichst zu vermeiden, werden Inline-Elemente (z. B. fett oder kursiv) über die Erweiterung nicht länger als XML-Elemente umgesetzt, sondern in InDesign-Zeichenformate umgewandelt. Beim Export werden diese wieder in die entsprechenden Elemente rückkonvertiert. Dieser Kunstgriff vermeidet bereits den größten Teil der Doppelpflege und macht die Arbeit in InDesign einfacher. Gleichzeitig erhöht dies die Übersichtlichkeit in der Tags-Palette und der Strukturansicht. Umgekehrt macht dieses Konzept allerdings die konsequente Arbeit mit Formatvorlagen obligatorisch: Eine Textstelle, die nur über das Schriftmenu kursiv gestellt wird, wird nicht in die exportierten XML-Daten übernommen. Doch auch dies hat seinen Vorteil: Bei richtiger Anwendung können somit Auszeichnungen vorgenommen werden, die nur in den Druckdaten erwünscht sind, aber nicht in die XML-Daten übernommen werden sollen.

Etwas anspruchsvoller wird dieses Konzept bei verschachtelten Auszeichnungen wie fett + kursiv. In XML werden die Elemente einfach verschachtelt, in InDesign (wo es keine Verschachtelung von Zeichenformatenvorlagen gibt) muss ein neues Zeichenformat »fett_kursiv« erstellt werden.

XML:<abs>text<fett><kursiv>fett kursiv</kursiv>
</fett>text</abs>
InDesign<abs>text fett kursiv text</abs>
Im Satz: text fett kursiv text

Für Blocklevel-Elemente bietet sich dieses Konzept nicht an, denn es gibt auf Absatzebene weitaus mehr Situationen, in denen ein Absatzformat angepasst werden muss – eine Vervielfachung der Absatzstile wäre die Folge.

Dennoch wurde auch hier versucht, die Arbeit soweit wie möglich zu vereinfachen und die besonders mühsamen Arbeitsschritte zu automatisieren. Dies betrifft vor allem das relativ aufwändige Einfügen eines neuen Absatzes: wird ein neuer Absatz eingefügt, so trennt InDesign nicht das dazugehörige Element auf. Im Druckbild macht das keinen Unterschied; ohne manuelle Korrektur in der Strukturebene ist hingegen bereits der erste Datenfehler entstanden. Daher wurde eine Funktion entwickelt, mit der gültige Blocklevel-Elemente, also Absätze und Einschübe, gesplittet und auch wieder zusammengeführt werden können.

Abbildung: Erweiterungsfunktionen des Plugins
Abbildung: Erweiterungsfunktionen des Plugins

Für Korrekturen der Struktur oberhalb der Absatzebene (Toplevel-Elemente wie  <teil> oder <kapitel>) gibt es keine Entsprechung innerhalb von InDesign, so dass diese tatsächlich komplett innerhalb der Strukturebene nachgepflegt werden müssen. Dies betrifft allerdings nur Fälle, in denen ein Kapitel verschoben oder ein neuer Teil eingefügt werden muss. Dies sollte im Satzprozess eher selten vorkommen und somit auch kaum Einfluss auf die anfallenden Gesamtkorrekturzeiten haben.

Zusätzlich zu den Vereinfachungen bei der Bearbeitung wurde das Erstellen geordneter und ungeordneter Listen implementiert. Ein vollständiges Info¬kastenmodell wurde umgesetzt, um Einschübe verschiedenster Art automatisch zu formatieren.