XML-Know How

Kann InDesign nun XML oder nicht?

Nüchtern betrachtet ist InDesign eine von vielen Applikationen, die XML unterstützt und verarbeitet. Für den Satzprozess sind die eingebauten Funktionen allerdings kaum bzw. nur für einfachste Werke ausreichend. Hinsichtlich der automatischen Formatierung beim Import fehlt die kontextabhängige Formatierung von gleichnamigen XML-Elementen; die Umsetzung von Grafiken und Tabellen ist mangelhaft, komplexe grafische Zusammenhänge lassen sich überhaupt nicht darstellen.

Die gängigen Beispiele von Adobe zeigen deswegen auch nur stark standardisierte Projekte wie beispielsweise das automatische Erstellen von Visitenkarten. Ein weiteres Manko sind die relativ eingeschränkten Möglichkeiten von InDesign als XML-Editor. Hier vermisst man schmerzlich die Möglichkeit, kontextsensitiv XML-Elemente einzufügen. Ein Konzept für Abbildungen über die einfache Platzierung hinaus sowie für Objektstile, Fußnoten, Verweise und Index-einträge hat Adobe weder in InDesign CS3 noch CS4 vorgelegt.

InDesign ohne spezifische Anpassungen innerhalb eines XML-Workflows zu verwenden, ist deshalb in den meisten Fällen nicht empfehlenswert.

Gleichzeitig verwendet aber die übergroße Mehrheit der Satzdienstleister ebendiese DTP-Programme wie InDesign oder QuarkXPress. Auch in den Verlagen selbst ist InDesign von den Hersteller-Arbeitsplätzen nicht mehr wegzudenken. Benötigt wird daher eine pragmatische Lösung, die die Schwächen der DTP-Programme ausgleicht und gleichzeitig die XML-Welt für die Verlage und Mediengestalter eröffnet.