XML-Know How

Lösungsansätze für einen XML-Workflow mit InDesign

Nicht alle, aber doch die meisten der oben angesprochenen Probleme lassen sich über Programmerweiterungen beheben. Nachfolgend stellen wir ein Konzept vor, wie InDesign mit vollständigem Roundtripping und hohem Bedienkomfort in einen XML-Workflow eingebunden werden kann. Die hierzu erforderliche InDesign-Erweiterung hat pagina selbst entwickelt, um dem Anspruch, bereits während des Satzes mit XML-Daten effizient arbeiten zu können, gerecht zu werden. Die nachfolgenden Ausführungen beschreiben den Workflow, wie er für die Holtzbrinck-Publikumsverlage entwickelt wurde. Je nach Verlagsanforderungen sind natürlich auch andere Konzepte denkbar. Die Abbildung auf Seite 17 zeigt eine Übersicht über das Konzept.

Erster Schritt: Verflachung von DTD-Strukturen

Zwar kann InDesign theoretisch auch komplexe Strukturen importieren aber, wie schon aufgezeigt, nicht differenziert verarbeiten. Strukturen zu importieren, die nur »blind« mitgeführt werden müssen, erhöht daher unnötig das Risiko von Fehlbedienungen und macht die Arbeit aufwändiger. Daher stellt der erste Schritt einer Einbindung von InDesign in einen XML-Workflow die Anpassung der Verlags-DTD an die spezifischen Bedürfnisse von InDesign dar. Dazu zählen insbesondere die Verflachung von Container- und Inline-Elementen und die Auflösung von Attributen in entsprechende Elementnamen.

Automatische Generierung des »InDesign-XML«

Die vollautomatische Überführung der Daten aus der Verlags-DTD wird mit Hilfe eines XSLT-Skripts vorgenommen. Wie schon ausgeführt, reicht hier die XSLT-Unterstützung von InDesign nicht aus – die Transformation findet also vor dem Import nach InDesign statt.

Je nach Komplexität der Verlags-DTD ist die Ausgestaltung der InDesign-DTD mit einem Informationsverlust verbunden! Hierüber muss der Anwender informiert werden, da dies den Roundtripping-Ansatz gefährden oder unmöglich machen kann.

XML-Import nach InDesign

Nach der Transformation können die XML-Daten importiert werden. Das Layout wird durch eine InDesign-Mustervorlage festgelegt. Dieses Konzept setzt auf die Trennung von Layoutinformationen (aus dem InDesign Template) und Daten (aus der XML-Instanz).

Satz in InDesign

Solchermaßen für InDesign vorbereitete XML-Dateien können innerhalb von InDesign unter Beibehaltung der XML-Struktur nun optimal bearbeitet werden, ohne die Strukturen zu gefährden.

Export und Rücktransformation in das Verlags-XML

Nach dem Imprimatur werden die Daten wieder exportiert. Die Daten sind nun selbstverständlich auf dem aktuellsten Stand und mit dem Druckprodukt identisch. Nach einer Rücktransformation zur Verlags-DTD (wiederum über XSLT) können die Daten direkt für die E-Book-Produktion verwendet werden. Die InDesign-DTD wurde vollständig aufwärtskompatibel entwickelt, so dass bei der Rücktransformation keine weiteren Informationsverluste mehr auftreten.