XML-Know How

Textmodus als XML-Editor

Bei umfangreicheren Texten bietet es sich an, für eine XML-Bearbeitung in den Textmodus (Bearbeiten > Im Textmodus bearbeiten) zu wechseln. In Kombination mit der Tags-Palette können hier XML-Elemente neu angelegt und umbenannt werden. Leider werden hierbei Attribute nicht angezeigt und können entsprechend auch nicht eingefügt werden; für die Pflege von Attributen muss zwingend die Strukturansicht verwendet werden.

Abbildung: Tagspalette und Kontextmenü
Abbildung: Tagspalette und Kontextmenü

Bei der Verwendung der Tags-Palette ist darauf zu achten, dass gemäß Voreinstellung von InDesign immer das aktuelle Element, in dem sich der Cursor gerade befindet, verändert wird. Soll hingegen ein Element neu hinzugefügt werden muss dies zunächst angewählt werden.

In der Version CS3 können im Textmodus noch keine Tabellenzellen bearbeitet werden. Ab InDesign CS4 ist dies implementiert.

Korrekturen, die sich nur auf eine Änderung des Wortlauts beziehen, müssen selbstverständlich nicht doppelt ausgeführt werden. Hier reicht die gewohnte Arbeit in der Layoutansicht von InDesign. Erfreulicherweise zeigt die Erfahrung, dass der überwiegende Teil der Korrekturen sich auf textuelle Änderungen und seltener auf Strukturänderungen bezieht. Aufgrund der notwendigen Doppelpflege und dem damit verbundenen Aufwand ist dafür Sorge zu tragen, dass möglichst wenig Strukturkorrekturen anfallen. Dies ist vor allem durch eine sorgfältige Konvertierung der Daten im Vorfeld zu erreichen: ein sauber strukturiertes XML-Manuskript mag inhaltlich noch korrekturbedürftig sein, wird aber i. d. R. ohne die lästige Doppelpflege von Strukturkorrekturen auskommen.

Abbildung: Textmodus-Anzeige mit Tabellendarstellung in InDesign CS4
Abbildung: Textmodus-Anzeige mit Tabellendarstellung in InDesign CS4

Über die Funktion In Struktur markieren aus dem Kontextmenu an der Cursorposition kann leicht zwischen Layout- und Strukturansicht gewechselt werden.

Leider bezieht sich die Trennung von Struktur und Layout innerhalb von InDesign auch auf die Inline-Formate. So ist – auch bei Anwendung der Verknüpfung Formate zu Tags zuordnen – keine automatische Formatierung nach dem einmal erfolgten Import mehr möglich. Konkret bedeutet das, dass ein Text, der nachträglich mit dem Element <fett> ausgezeichnet wird, dennoch nicht automatisch dem Zeichenformat »fett« zugewiesen wird. Ebenso wenig wirkt sich eine eingebrachte Formatierung »fett« auf die Quelldaten aus. Diese Hürde kann nur mit Doppelpflege, also dem Zuweisen von Element und Zeichenformat umgangen werden. Diese Doppelpflege verlangsamt den Bearbeitungsprozess enorm und ist zudem sehr fehleranfällig.