XML-Know How

XML im Layoutsatz – warum?

Seit langem wird über medienneutrale Daten in der Verlagswelt ­gesprochen – trotzdem richtet sich das Interesse der Verlage überwiegend auf das Printwerk. Entsprechend ist in vielen Verlagshäusern das PDF für den Druck derzeit die einzige digitale Entsprechung des Produkts. Mit der Etablierung neuer For­mate, vor allem im E-Book-Bereich, wird jedoch klar, dass dieser Weg nicht länger beschritten werden kann.

Um zum E-Book zu kommen, gibt es viele Wege. Sie führen nicht notwendigerweise über medienneutrale Daten in einer Form, die für den Verlag weiterverwertbar sind. Der einfachste und häufig verlockendste Weg ist: Alles beim Alten zu belassen und die Druck-PDFs direkt in das gewünschte E-Book-Format konvertieren zu lassen. »Einfach« ist dieser Weg vor allem deswegen, weil in der Herstellung und im Satz keine Veränderungen im Ablauf vorgenommen werden müssen und konventionell weitergearbeitet werden kann. Die ent­stehenden Kosten für die Konvertierung und die notwendigen Kontrollmaßnahmen werden dabei auf das elektronische Produkt umgelegt. Viele Verlage starten auf diese Weise in die E-Book-Produktion – und die meisten wollen nach den ersten Erfahrungen so schnell wie möglich wieder davon weg und zu einem integrierten Workflow kommen. Die manuelle Nacharbeit und vor allem die Notwendigkeit eines neuerlichen Korrekturprozesses lässt dieses auf den ersten Blick so verlockende »Starter Kit« rasch zu einem kostenintensiven und nerven­aufreibenden Verfahren werden.

Wer sich damit nicht zufrieden geben will, wählt den Weg über XML-Daten, aus denen einerseits die E-Books automatisch generiert werden können und die gleichzeitig für den Verlag auch von nachhaltigem, technisch-strategischen Interesse sind. Im Werksatz ist dieser Weg schon längst etabliert – er wird gemeinhin mit »XML-First« bezeichnet. Dies beschreibt einen Workflow, bei dem die XML-Daten vor Beginn der Satzarbeiten entstehen und vom Satzsystem importiert werden. Der Effekt dieses Weges ist ein doppelter: Zum einen werden die eigentlichen Umbrucharbeiten beschleunigt, weil alle Umbruchregeln nun automatisiert abgebildet werden können, zum anderen soll ein nachträgliches Korrekturlesen der Daten (resp. des generierten E-Books) vermieden werden: Schließlich wird auf dieselben Daten zugegriffen, die bereits für den Satz zum  Einsatz gekommen sind. Wer diese neuen Entwicklungen und Möglichkeiten auch im Layoutsatz-Workflow einsetzen möchte, muss sich mit den XML-Fähigkeiten der DTP-Programme auseinandersetzen.