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Das Typo-Protokoll

Das geschulte Setzerauge ist unverzichtbar, um ein optimales Satzergebnis zu erzielen. Doch ein Großteil der typographischen Schwächen eines Satzbildes lässt sich auch mathematisch beschreiben – und dann durch geeignete Suchmechanismen aufspüren. Hier nun spielt TUSTEP seine Vorteile souverän aus. Denn Bestandteil der Satzarbeiten in TUSTEP ist die Generierung einer Protokoll-Datei, die nicht nur sämtliche vorgenommene Arbeiten dokumentiert, sondern auch – Satzzeile für Satzzeile - Ergebnisse des Satzprozesses mathematisch präzise ausgibt. So wird z. B. für jede Zeile die tatsächliche Spatienbreite dokumentiert, die Anzahl aufeinander folgender Silbentrennungen ebenso wie das Vorhandensein von Hurenkindern. Selbst das Auftreten einer Silbentrennung über den Seitenwechsel hinweg oder die Angabe, dass eine Fußnote nicht mehr auf der Seite ihrer Referenzierung begonnen werden kann, werden hier für jeden Satzlauf vollständig protokolliert. Diese Protokolldatei ist also ein wahrer Schatz, wenn man seine eigenen Arbeiten überprüfen will.

Doch das Vorhandensein einer solchen Datei heißt noch nicht, dass sie auch systematisch abgeprüft wird; das nämlich ist ein sehr zeitraubender und abstrakter Arbeitsschritt. Was also lag näher, als die Ergebnisse der Protokolldatei in den Satzausdruck selbst mit auszugeben, wo sie komfortabel und vollständig – und in ihrem eigentlichen Ereignisumfeld – abgeprüft werden können?

Die Protokolldatei ist selbst auch wieder eine (weiterverarbeitbare und maschinell auswertbare) TUSTEP-Datei. Sie lässt sich also auch in nachgelagerte Skripte integrieren. Ein solches Skript – nennen wir es »Typo-Protokoll generieren« – startet nun automatisch nach Abschluss des eigentlichen Satzlaufes. Es wertet die Protokolldatei auf alle Vorkommnisse von Warnmeldungen aus, wandelt diese in freisprachlichen Text um (»Spatienbreite xxx« – »Fußnote nicht mehr auf dieser Seite begonnen« etc.) und umbricht diese Angaben exakt auf den Seiten- und Zeilenhöhen, auf die sich die Fehlermeldungen beziehen. Ein nachgelagertes Skript fügt beide Postscript-Dateien – die eigentliche Satzdatei und das Typoprotokoll – dergestalt zusammen, dass die Fehlermeldungen als Marginalspalte am Seitenrand auftauchen.