XML-Know How

Das Vergleichsprotokoll

Auch die zweite Zusatzdienstleistung, die pagina in die Prozesskette vollständig integrieren konnte, diente ursprünglich der eigenen Qualitätssicherung, nämlich der Unterstützung der Hauskorrektur. Und wieder ist sie dem Leistungsumfang von TUSTEP zu verdanken, das neben vielen anderen Programmbestandteilen auch ein außerordentlich flexibel einsetzbares Vergleichs-Tool mitliefert.

Ab dem zweiten Satzlauf wird daher ein weiteres Skript automatisch angestoßen (»Vergleichs-Protokoll generieren«). Dieses Skript vergleicht die Zieldatei[1] aus dem Satzprozess des zweiten Satzlaufs mit der des ersten Satzlaufs und protokolliert alle Unterschiede analog zum Typo-Protokoll in einer Marginalspalte. Dieser Vergleich geht weit über das PDF-Vergleichen hinaus: Zeilengenau – auf Wunsch sogar mit Angabe der Wortnummer innerhalb der Zeile – werden alle Änderungen des Textes protokolliert. Da sie immer in der gleichen Zeile stehen (und den gleichen Inhalt haben) sollten wie die manuell eingezeichneten Korrekturen im Korrekturexemplar, beschleunigt schon dieser Abgleich die Kontrolle der Ausführung der Korrekturen massiv (siehe Abb. auf Seite 15).

Doch das Vergleichsprotokoll leistet noch mehr: In einer eigenen Farbe werden neben den Textänderungen auch Änderungen in der Silbentrennung ausgeworfen. Somit entfällt der wohl mühsamste Teil des Korrekturlesens, nämlich nachzuvollziehen, ob sich durch die Textänderungen neue, möglicherweise falsche Silbentrennungen ergeben haben.

Zuletzt werden noch Änderungen im Seitenfall ausgegeben. So kann auf einen Blick nachvollzogen werden, ab welcher Stelle der Umbruch nicht mehr stabil läuft bzw. wo er sich wieder fängt. Enthält der Text fest kodierte Querverweise oder bereits extrahierte Register, die manuell vom Kunden weiterbearbeitet werden, ist diese Angabe von unschätzbarem Wert – sieht man doch sofort, ob sich durch die Korrekturen ein Änderungsbedarf auch in den Referenzen ergibt.

Auf einem Deckblatt werden sämtliche Änderungen zusammengefasst und protokolliert. Diese Zusammenfassung dient nicht nur der Nachvollziehbarkeit der Arbeiten über mehrere Satzläufe hinweg, sie dokumentiert auch den Aufwand der Korrekturarbeiten, so dass es kaum je unterschiedliche Auffassungen über das Korrekturvolumen geben kann – ein weiterer Schritt zur Transparenz der Arbeiten und kollegialen Zusammenarbeit.

<p class="bildlegende">Protokollierung aller Unterschiede zwischen zwei Satzläufen mit Angabe der jeweiligen Seitenzahl</p>


     

  1. ↑  Die Satz-Zieldatei ist eine weitere Besonderheit von TUSTEP. Diese Datei stellt quasi eine »umbrochene XML-Datei« dar, ist also weiterhin XML mit derselben Struktur wie die Satz-Quelldatei. Die Zeileneinteilung allerdings entspricht dem erzeugten Satzbild. Auch die Seitenwechsel-Information wird mitgeführt. Die Zieldatei aus dem ersten Satzlauf ist damit in der Regel die Quelldatei für den zweiten Satzlauf und so weiter. Da sich diese Dateien nur im Zeilenfall (und ggf. neuer Silbentrennung) unterscheiden dürfen und alle anderen Unterschiede Korrekturen sein müssen, eignen sie sich ideal für einen Vergleich.
  2.