XML-Know How

Entwicklung der DTD

Wir entschieden uns für eine modular aufgebaute DTD. Diese sollte alle Strukturelemente für die gängigsten Werksatzgattungen enthalten und darüber hinaus über umfangreiche Metadaten verfügen, über die die gesamte typographische Steuerung erfolgen sollte.

<p class="bildlegende">Ausschnitt aus der XML-basierten Eingabemaske der Satzparameter. Im Bild ist gerade die Konfiguration der 1. Überschriftshierarchie geöffnet.</p>

Die Abbildung der typographischen Regeln in XML stellte sich schnell als ein zwar kühner, aber sehr vielversprechender Ansatz heraus: Als Eingabemaske für die Steuerung des Satzsystems konnte ab sofort ein XML-Editor dienen, der in seiner Oberfläche leicht angepasst und komfortabel gestaltet werden konnte. Gleichzeitig kann nun auch die Einrichtung der Typographie geparst werden, d. h. gegen die Regeln der Typo-DTD abgeglichen werden: Eine der Haupt-Fehlerquellen, die Fehlbedienung des Satzsystems durch falsche Parameterwerte, wurde somit ausgeschlossen.

Die Typo-DTD zu entwickeln und auf die umfassenden Möglichkeiten von TUSTEP optimal abzustimmen, nahm einiges an Entwicklungszeit in Anspruch. Da in TUSTEP aber fast sämtliche Satzsteuerungen parametrisiert sind, war der erforderliche Leistungsumfang klar umrissen: Alle Satzparameter, die sich in der über 30-jährigen Erfahrung von pagina im Werksatz als relevant erwiesen hatten, sollten über die DTD ansteuerbar und abprüfbar sein.

XML-basierte Eingabemaske der Satzparameter für die typographische Aufbereitung der Fußnoten.

Der Inhalts-Teil der DTD war nicht weniger aufwändig: Sollten doch möglichst viele Werkgattungen über nur eine DTD abgebildet werden können. Es liegt auf der Hand, dass hier nicht alle Elemente semantisch abgebildet werden können. Doch das war auch nie Ziel der Arbeiten: Wendet sich der Workflow doch speziell an Verlage, die über keine eigene DTD verfügen und keine spezifischen Vorgaben hinsichtlich der Strukturierung geben können – also auch keine semantisch ausdifferenzierten Inhalte benötigen. Für diese Zielgruppe liegt der Nutzen und das Einsparpotenzial von XML vielmehr in der Automatisierung der Abläufe, der Qualitätssicherung, der konvertierungsfreien Archivierung und der günstigen Zweitverwertung.

Neben der Abbildung vieler Werkgattungen war es ein weiteres Ziel bei der DTD-Entwicklung, die Quelldaten (in der Regel Word) möglichst einfach und schnell in dieses Format konvertieren zu können. Auch die Haupt-Zweitverwertung, nämlich eine Ausgabe in HTML (z. B. für Leseproben im Internet), sollte durch die DTD optimal unterstützt werden.

Ergebnis der Arbeiten ist eine an der Standard.DOT und HTML orientierte, aber um wesentliche Bestandteile (Register, Fußnoten, Einschaltungen, Marginalien etc.) erweiterte Werksatz-DTD.