XML-Know How

Transparenz gegenüber dem Kunden

Das Typoprotokoll enthält Angaben in unterschiedlichen Farben, im Farbspektrum von Rot über Gelb bis Grün, je nach der Dringlichkeit der Behebung des Fehlers[1]. So kann der Setzer sich schnell einen vollständigen Überblick über die automatisch erkennbaren Mängel des Satzbildes machen.

Was ursprünglich nur als Hilfe für die Qualitätssicherung im eigenen Hause gedacht war, stellte sich rasch als hochinteressante Zusatzdienstleistung gegenüber dem Kunden heraus: Ist es doch die Verantwortung und Aufgabe des Herstellers, bei der Kontrolle des Satzbildes genau auf diese Punkte zu achten, die nun präzise und vollständig dokumentiert vorliegen. Mit dieser neuen Form der Satzausdrucke wird die Kontrollarbeit dabei nicht nur systematisiert, sondern auch erheblich beschleunigt (siehe Abb. auf Seite 14).

<p class="bildlegende">Konfigurationspanel der Kundenprofile zur Auswahl der Anmerkungen in der Marginalspalte der Satzausdrucke</p>

Gleichzeitig wird eine neue Form der Offenheit und des Austauschs eingeläutet, die uns unserem Ziel, einer »gläsernen Produktion«, ein gutes Stück näher bringt: Schwächen im Satzbild, die nicht oder nicht mit vertretbarem Aufwand behoben werden können, werden nicht kaschiert (»wird schon keiner merken«), sondern der Kunde wird vielmehr explizit darauf hingewiesen. Er kann dann selbst entscheiden, ob die betreffende Stelle akzeptabel ist oder ggf. eine textliche Änderung vonnöten ist.

Natürlich sind nicht alle für den Setzer interessanten Meldungen auch für den Kunden relevant. Und nicht jede Meldung ist eine Fehlermeldung. Auch die zulässige Anzahl aufeinanderfolgender Silbentrennungen muss steuerbar sein. Deshalb wird in einer eigenen Kundenprofil-Datei für jeden Kunden abgelegt, welche Meldungen er sehen will[2] – und welche nicht. Diese wirkt wie ein Filter: Während der Mitarbeiter im Satz immer alle Meldungen angezeigt bekommt, sieht der Verlag nur diejenigen, die für die Beurteilung des Satzbildes relevant sind.


     

  1. ↑  So wird eine Silbentrennung über den Seitenwechsel hinweg in aller Regel akzeptiert werden, ein Hurenkind jedoch sicherlich nicht. Auch bei überbreiten Spatien wechselt die Farbe je nach Wert der Spatienbreite von Gelb nach Rot. Gleichzeitig wird der absolute Wert der Spatienbreite (in tausendstel Geviert) ausgegeben.
  2. ↑  Hier lässt sich auch steuern, ab wann eine Meldung als Fehlermeldung gilt, z. B. ab welcher Spatienbreite eine Warnmeldung erzeugt werden soll.
  3.