XML-Know How

Infrastruktur und Technik

Geleistet werden die Prüfungen von einem zentralen Webserver, auf den alle Dienstleister des Verlages Zugriff erhalten. Auf diesen Server sollen die Daten zur Überprüfung hochgeladen werden – einmal nach Abschluss der Konvertierung und ein zweites Mal nach erteiltem Imprimatur. Als Ergebnis wird in beiden Fällen ein PDF mit einer umfangreichen Analyse der Daten zurückgespielt.

Die Prüfprogramme selbst sind eine Kombination aus XSLT- und TUSTEP-Routinen, wobei XSLT die Auswertung der Strukturbestandteile und TUSTEP die Kontrolle von Inhalten (Zeichen- und Stringanalysen etc.) übernimmt.

Je nach Verlags-DTD und Überprüfungswünschen erfolgt daneben die Einbindung von Schematronprozessen[1].

Alle Ergebnisse der Prüfprozesse werden zusammen wieder in eine XML-Protokoll-Datei gespeichert. Diese wird über einen XSL-FO-Prozess als PDF ausgegeben. Der gesamte Ablauf dauert – je nach Umfang und Strukturtiefe der analysierten Daten – in der Regel nur wenige Sekunden.

Welche Analysen genau vorgenommen werden, hängt von der jeweiligen Verlags-DTD und den Anforderungen des Kunden ab. Die Tabelle auf Seite 10 gibt die Prüfungen wieder, die sich in jedem Fall als sinnvoll herausgestellt haben.

Selbstverständlich stehen diese Prüfmechanismen nicht nur den Dienstleistern des Verlages, sondern auch dem Verlag selbst zur Verfügung, so dass sie nicht nur für den hier beschriebenen Fall „XML entsteht erst beim Dienstleister“ zur Anwendung kommen.

Ohne nähere Kenntnisse von Datenstrukturen kann anhand der Prüfprotokolle, die als PDF zum Verlag gelangen und die beauftragte Arbeit dokumentieren, die Einheitlichkeit und Qualität der Konvertierung und der Daten sichergestellt werden. Daneben entsteht für den Verlag automatisch eine umfangreiche – und dienstleisterübergreifend einheitliche – Dokumentation für die Archivierung, die es in dieser Präzision bislang nie gab.

<p class="bildlegende">Auszüge aus einem solchen Prüfergebnis finden Sie am Ende des Kapitels.</p>

Alle Sorgen, die einzelnen Dienstleister würden sich durch Workflowvorgaben wie die hier beschriebenen eingeschränkt oder zu stark kontrolliert fühlen, erwiesen sich bislang als gegenstandslos. Im Gegenteil: Die Prüfungen werden als deutliche Entlastung und Unterstützung empfunden; das Vorhandensein einer solchen Infrastruktur wird als zukunftsweisendes Qualitätssicherungswerkzeug verstanden.

Nicht zuletzt: ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Verlag und Setzerei muss immer von Transparenz gekennzeichnet sein. Diese wird durch den hier vorgestellten Workflow deutlich erhöht – die beste Voraussetzung für eine langfristige und gute Zusammenarbeit.


     

  1. ↑  Vgl. hierzu Kap. II.A.7
  2.