XML-Know How

Qualitätssicherung innerhalb der Prozesskette

Für die Einordnung des Nachfolgenden wollen wir zunächst die Prozesskette der Entstehung eines Buches schematisch nach den beteiligten Parteien betrachten:

Abgesehen von der Schnittstelle Autor -> Lektorat, die v. a. bei Gelegenheitsautoren nur schwer oder wohl gar nicht standardisierbar ist, gibt es heute für alle Satzstellen mehr oder weniger standardisierte Lösungen. Zwischen Satz und Druck steht heute beispielsweise mit PDF-X3 ein ISO-Standard für die Datenübergabe zur Verfügung. Auch die anderen Schnittstellen sind – von Haus zu Haus unterschiedlich und in Eigenverantwortung des Verlages – definiert. Ein „konventioneller Satzauftrag“ könnte etwa wie folgt abgebildet werden:

Als Eingangsformat wurde hier Word, als Bearbeitungsformat QuarkXPress angenommen; die Konvertierung der Daten findet beim Dienstleister statt.

Der „ideale XML-Workflow“ sähe hingegen folgendermaßen aus,

Zwischen diesen beiden Extremen gibt es zahlreiche Abstufungen und Möglichkeiten, zu XML-Daten zu kommen. Wir wollen uns im Folgenden dem am häufigsten gewählten Szenario widmen, bei dem die XML-Datei beim Satzdienstleister entsteht:

Ein normaler „XML-Satzauftrag“ stellt sich aus Sicht des Verlages damit wie folgt dar:

Betrachten wir den Prozessabschnitt „Konvertierung nach XML“ genauer, so stellen wir fest, dass dieser außerhalb des Einflussbereiches des Verlages liegt. Wie also werden diese Arbeiten kontrolliert? Wie kann eine Qualitätssicherung stattfinden – oder gar die Einheitlichkeit von Daten über mehrere Dienstleister hinweg koordiniert und sichergestellt werden?

Stellen wir uns zunächst der Frage, ob es einer solchen Qualitätssicherung wirklich bedarf. Ist nicht durch die Tatsache, dass überhaupt XML vom Satzdienstleister zurückgeliefert wird, bereits ein Datenstandard festgelegt?

Diese Frage können wir sehr schnell mit „nein“ beantworten. Die Tatsache, dass die „Datenrücklieferung in XML“ erfolgt, stellt allein noch in keiner Weise eine Qualität sicher, die der Verlag sich hier einzukaufen erhofft. Immer mehr Programme verfügen über einen XML-Export („speichern unter … XML“); XML-Daten zu erzeugen, erfordert also keine manuelle oder weitergehende technische Aufbereitung der Daten mehr – und auch kein technisches Know-How. Entsprechend kann auch nicht sichergestellt werden, dass die so entstehenden Daten sinnvoll weiterverwendet werden können, auch wenn sie rein formal den Ansprüchen von XML – v. a. dem der Wohlgeformtheit – entsprechen.