XML-Know How

Der Dokumentenserver

Um eine einheitliche Datenstruktur mit bandübergreifenden Querverweisen und Registern zu gewährleisten und gleichzeitig der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Bearbeiter weltweit verteilt arbeiten, wird eine internetbasierte Serverlösung verwendet. Alle Daten der Böll-Ausgabe werden als XML-Dokumente zentral auf einem Server an der Universität Siegen gehostet.

Die Lösung »Web-Server als Dokumentenserver« wurde nach arbeitsorganisatorischen und Kosten-Kriterien gewählt. Da die Bearbeiter in der Regel viele Wochen an einem Dokument arbeiten, ist diese Lösung völlig ausreichend und unter Kostengesichtspunkten wesentlich günstiger als eine Online-Lösung. Die Web-Serverlösung nutzt beliebige Web-Browser als Frontend. Die Bearbeiter arbeiten also nicht online, sondern laden sich die Daten lokal auf ihren Arbeitsplatz-PC, auf dem ein angepasster XML-Editor installiert ist.

Zur Abstimmung der Registererstellung werden zusätzliche Informationen heruntergeladen, auf deren Basis ein lokal laufender Registervorschlags-Dialog aufgerufen werden kann. Die Registervorschläge werden in regelmäßigen Abständen von einer zentralen Redaktion abgeglichen und die normalisierten Einträge in einer Registerdatenbank allen Benutzern online zur Verfügung gestellt.

Der Server hat dabei sowohl Distributions- als auch Qualitätssicherungsfunktionen. Alle Daten werden je nach Anforderung zum Lesen oder Schreiben zur Verfügung gestellt und über ein Rechtemanagement und Versionierungssystem vor mehrfachem Schreibzugriff und Überschreiben durch ältere Versionen geschützt.

Die einzelnen Bände sind in Form jeweils mehrerer XML-Dateien abgelegt, wobei jede Datei einem Böll-Werk oder bei längeren Werken einem Werk-Abschnitt entspricht. Dokumente können zum Lesen oder zum Bearbeiten heruntergeladen werden. Ist eine Datei schon in Bearbeitung, kann sie nur noch zum Lesen geladen werden. Für zum Schreiben »entliehene« Dateien wird angezeigt, wer der »Entleiher« ist. So kann man den Betreffenden mit einem Mausklick informieren, falls man die Datei selbst bearbeiten möchte.

<p class="bildlegende">Web-Frontend des Dokumentenservers</p>

Wird eine Datei neu hochgeladen, erstellt das Dokumenten-Management-System eine Sicherungskopie der Vorversion, so dass alle Bearbeitungsstände rekonstruierbar sind. Beim Upload werden die Daten zentral geparst, d. h. gemäß den Regeln der DTD überprüft. Sollte ein Bearbeiter strukturell fehlerhafte Daten auf der Server zurückschreiben, so werden diese Fehler beim Rückspielen der Daten in die Datenbank automatisch erkannt und können von den Administratoren behoben werden bzw. die Datei kann neu vom Bearbeiter angefordert werden. Dieser kann auch lokal im XML-Editor parsen.

Da alle Bandbearbeiter jederzeit lesenden Zugriff auf alle Arbeiten ihrer Kollegen haben, die sich auf dem Server befinden, ist gleichsam ein Austausch der editorischen Arbeit in Echtzeit möglich. Neue Erkenntnisse können so sofort der gesamten Herausgeberschaft zugänglich gemacht werden. Mit Hilfe einer Anmerkungsfunktion können die Bearbeiter die Arbeit der Kollegen kommentieren.

Die Möglichkeit zu bandübergreifenden Verweisen erlaubt eine viel stärkere Kommentierung, als es der einzelne Band leisten könnte, weil ganze Kommentarpassagen aus anderen Bänden als ebenfalls relevant angegeben werden können. Gerade die Verknüpfung der einzelnen Bände untereinander, sowohl der Text- als auch der Kommentarteile, ermöglicht dem Leser ein neues Verständnis des Gesamtwerks.