XML-Know How

Zwischenbilanz des Projektes

Die Erfahrungen während der Arbeit an den ersten sechs Bänden, von denen drei auf der diesjährigen Buchmesse vorgestellt werden, gibt der groß angelegten Konzeption recht: Die Bearbeiter haben sich schnell an die neue Arbeitsumgebung gewöhnt und schätzen die Vorteile, über das Internet in allen fertigen und in Bearbeitung befindlichen Bänden recherchieren sowie diese verlinken zu können. Durch den PDF-Generator können sie ihre Arbeit in bis dato nicht möglicher Weise kontrollieren.

Im Ergebnis ist die Datenqualität deutlich höher als bei konventionell erarbeiteten Editionen. Konvertierungen der Texte entfallen ebenso wie das manuelle Einarbeiten von Verweisen, Register werden automatisch erstellt.

Die Zahl der Satzläufe ist im Vergleich zu ähnlich anspruchsvollen Publikationsvorhaben ohne XML-Workflow etwa um die Hälfte geringer, das Gleiche trifft auf die Zeit für die Ausführung eines Satzlaufes zu; beides hat natürlich entsprechende Kostenvorteile, die, betrachtet man das Gesamtprojekt, die Anlaufkosten für die Realisierung des XML-Workflows überkompensieren.

Die Vorteile sind aber nicht alleine ökonomischer Natur. Die Optimierung des gesamten Editions-, Redaktions- und Herstellungsprozesses durch den XML-Workflow hat dazu beigetragen, dass die Zeitplanung des Böll-Projektes bisher in vollem Umfang eingehalten werden konnte – auch dies ist bei vergleichbaren Projekten eine Seltenheit.

Und als nicht zu unterschätzender und explizit gewünschter »Neben«-Effekt steht dem Verlag Kiepenheuer & Witsch ein orthographisch, inhaltlich und strukturell einzigartiger Datenbestand von Bölls Werken und deren wissenschaftlicher Kommentierung zur Verfügung, dessen problemlose Weiterverwertung dieses Vorhaben in den kommenden Jahren immer wieder bestätigen dürfte.